9 Tipps und Tricks für die Suche nach IT-Fachkräften

9 Tipps und Tricks für die Suche nach IT-Fachkräften

Deutsche Unternehmen haben nach wie vor Schwierigkeiten bei der Suche nach Webentwicklern, Programmierern sowie IT-Fachkräften allgemein. Nach Angaben der Bitkom-Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte fehlten im November 2016 etwa 51.000 IT-Spezialisten. 70 Prozent der deutschen Informations- und Telekommunikationsunternehmen sprechen explizit von einem IT-Fachkräftemangel. Wir haben 9 Tipps und Tricks für die erfolgreiche Suche nach IT-Fachkräften zusammengestellt…

Nach Angaben der Bitkom-Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte fehlten im November 2016 etwa 51.000 IT-Spezialisten. 70 Prozent der deutschen Informations- und Telekommunikationsunternehmen sprechen explizit von einem IT-Fachkräftemangel — im vergangenen Jahr waren es noch 60 Prozent. Der IT-Recruiter-Report von Stack Overflow untermauert dieses Ergebnis. Ihm zufolge suchen in diesem Jahr ca. 40 Prozent der deutschen Unternehmen vergeblich nach geeigneten Entwicklern auf dem Arbeitsmarkt.

Der gegenwärtige IT-Fachkräftemangel betrifft jedoch nicht allein IT-spezialisierte Unternehmen. Gerade Branchen außerhalb des Informations- und Telekommunikationssektors haben häufig Probleme, weil Entwickler solche Unternehmen gar nicht erst im Blick haben. So leiden u.a. auch Banken stark unter dem IT-Fachkräftemangel.

„Augen zu und abwarten“ wird das Problem jedoch nicht lösen. Die Unternehmen müssen handeln, um ihr Geschäft dem technischen Fortschritt entsprechend aufrecht zu erhalten. Doch welche Möglichkeiten gibt es? Folgende Tipps und Tricks können beim Recruiting geeigneter IT-Fachkräfte helfen:

Tipp Nummer 1: Aktiv suchen

Die besten Entwickler bewerben sich im Laufe ihrer Karriere lediglich vier Mal auf einen Job — das zeigt der Stack-Overflow-Report. Warten führt also nicht zum Ziel. Vielmehr müssen Unternehmen aktiv und individuell auf IT-Spezialisten zugehen. Dabei ist jedoch auch die Art der Kontaktaufnahme wichtig: Jeder zweite IT-ler ist von den Anrufen der Headhunter genervt. Die gute alte E-Mail ist in den meisten Fällen das beste Mittel zum Zweck. An dieser Stelle sollte das Unternehmen individuell und wertschätzend auf den Kandidaten zugehen. Eine positive Candidate Experience ist in der IT-Branche besonders wichtig. Ab 2018 gelten durch die neue Datenschutzverordnung darüber hinaus neue Regeln für das Active Sourcing. (>Mehr dazu hier!)

Tipp Nummer 2: Spezialisten mit Spezialisten suchen

Durch fehlendes Know-How, mangelndes Einfühlungsvermögen und nicht vorhandenes Wissen erweist sich die Suche nach IT-Kräften (wie nach allen Fachkräften) als besonders schwierig. Insbesondere im Hinblick auf Anforderungen und Kenntnisse gibt es bei Personalern, die nicht hinreichend mit dem Thema vertraut sind, Tendenzen zu Fehlentscheidungen. Daher bedarf es spezieller IT-Recruiter, die sich gezielt mit der Suche nach Entwicklern befassen und einen eigenen entsprechenden Hintergrund aufweisen. Jedermann freut sich, wenn er den Eindruck hat, sich auf Augenhöhe zu unterhalten. Das gilt auch für Bewerber.

Tipp Nummer 3: Die Karrierewebsite

Die Karriere-Website ist für den ersten Eindruck beim Bewerber von großer Bedeutung. Verklausulierte Textfriedhöfe wirken abschreckend. Stattdessen sind attraktiv verpackte Informationen und Einblicke wesentlich ansprechender. Einige Unternehmen sind auf diesem Gebiet bereits sehr fortschrittlich und stellen sich selbst sowie das mögliche Arbeitsumfeld, beispielsweise anhand interaktiver 360-Grad-Videos vor. Bayer ist mit seiner umfangreichen #BAYER360 // #VRCE Kampagne hier wegweisend.

Wichtig für die Gewinnung von IT-Fachkräften ist es, die Komplexität von IT darzustellen. Vor allem Software ist häufig nicht greifbar und damit auch schwierig darzustellen.

Durch Recruitainment, mit Hilfe von Workshops, Online-Assessment und Events können Interessenten ebenfalls an das Unternehmen herangeführt werden.

Tipp Nummer 4: Bedürfnisse des Unternehmens

Die Bedürfnisse des suchenden Unternehmens sollten vor der Suche geklärt werden. Folgende Fragen sollten Sie sich stellen:

  • Wen suchen Sie, aus welchem Grund und was sollte die Person können?
  • Wie sehen die Aufgaben aus und in welchen Projekten / Produkten (s. Tipp 8) wird die neue Kraft konkret eingesetzt?
  • Wie sieht der entsprechende Job aus?
  • Wie sieht das Arbeitsumfeld aus?
  • Wie wird vergütet und gibt es womöglich Boni?

Tipp Nummer 5: Recruiting auf allen Kanälen

Aufmerksamkeit erregen — ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Suche nach Entwicklern. Jobangebote sollten auf vielfältigen Kanälen publik gemacht werden, um somit eine möglichst hohe Reichweite zu erreichen. Im IT-Recruiting bieten sich dabei spezialisierte Kanäle wie beispielsweise Stack Overflow, „Get-in-it oder Slack an. Allerdings spielen auch gängige Netzwerke wie Facebook, Google und Co. im Personalmarketing eine tragende Rolle. Ausgefallene Kampagnen können überzeugen. Das zeigte bereits Apple mit im Quellcode versteckten Jobangeboten oder ein bekanntes Vergleichsportal für Hotelpreise in Form von großen Werbeplakaten, mit mehr oder weniger eindeutiger Intention in Köln.
Bei der Stellenbezeichnung sind abstrakte Beschreibungen hingegen weniger empfehlenswert – übertriebene Begriffe wie „Software-Gott“ oder „Entwickler-Genie“ sollten vermieden werden. Dies kann bei der Zielgruppe lächerlich oder gar abschreckend wirken.

Tipp Nummer 6: IT-Recruiting-Tools

LinkedIn, Xing und Co. händisch nach Personen mit den gewünschten IT-Fähigkeiten durchsuchen? Spezielle IT-Recruiting-Tools sind wesentlich schneller, einfacher und vermutlich auch zuverlässiger. Mit „TalentBin“ von Monster bietet sich seit Kurzem eine neue Software-Lösung für die Suche nach passenden Kandidaten, speziell für die IT-Branche an. „RecruitEm“ erledigt einen ähnlichen Job: Das Tool ermöglicht die gezielte Suche nach Kandidaten mit bestimmten Fähigkeiten in allen großen sozialen Netzwerken, darunter neben LinkedIn und Google Plus auch GitHub, Dribble und Stack Overflow. Das Start-up Viasto hilft anhand zeitversetzter Videointerviews (Aktuelles zum Thema) bei der Kandidatenauswahl.

Tipp Nummer 7: Ein Gespräch ist nicht alles

Für die Auswahl eines geeigneten Bewerbers sollten Unternehmen nicht nur auf Basis des Bewerbungsgesprächs entscheiden – ein sympathischer Bewerber ist nicht zwangsläufig der qualifizierteste für den Job. Und jemand mit ungewöhnlichem Lebenslauf nicht zwangsläufig gering qualifiziert. Um die tatsächliche Eignung einer Person einschätzen zu können, sollte sie sich zunächst in der realen Arbeitsumgebung (Test oder Probearbeit) beweisen. Die Einbindung von Entwickler-Teams oder erfahrenen Recruitern (s.o.) kann durch Expertise zu einer genaueren Evaluation der Bewerber führen.

Tipp Nummer 8: Gehalt kommt an zweiter Stelle

Für viele Entwickler spielt das Gehalt bei der Jobsuche zunächst eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sind vielmehr Produkt und Standort. Besonders wichtig ist für den ITler außerdem ein klares Werteverständnis und sowie die Identifikation mit dem Unternehmen. Der Job muss somit in erster Linie zu Fähigkeiten und Lebensentwurf passen.

Tipp Nummer 9: Der Arbeitsplatz

Flexible Arbeitszeiten und ein günstiger Standort beeinflussen die Entscheidung der Bewerber. Unternehmen können Arbeitsplätze flexibler gestalten, indem sie zum Beispiel die Arbeit im Home Office ermöglichen. Auch die Verwendung von hochmodernen Arbeitsmitteln und Equipment ist in der IT-Branche von großer Wichtigkeit.

 

Fazit:

Der IT-Fachkräftemangel ist real und für viele Unternehmen ein großes Problem. Allerdings gibt es Möglichkeiten, diese Herausforderung zu überwinden. Dabei gilt es insbesondere aktiv und professionell zu suchen, mögliche Kandidaten individuell anzusprechen und rundum als attraktiver Arbeitgeber aufzutreten. Vor der Suche sollten Unternehmen genaue Anforderungen an den gewünschten Kandidaten bestimmen und ein klares Jobprofil erstellen. Außerdem sind eine stabile Arbeitgebermarke und effektives Recruiting nicht nur bei der Suche nach IT-Fachkräften wichtige Faktoren!

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