Employer Branding Summit 2012 – Ein Rückblick

Employer Branding Summit 2012

Am 9. Oktober 2012 fand in Wiesbaden der 2. Employer Branding Summit statt.
Queb trat als Kompetenzpartner auf und brachte auch gleich eine ganze Reihe an Queb-Mitgliedern mit.

Unser Finanzvorstand Bernd Schmitz moderierte den Summit und führte durch einen Tag voller spannender Vorträge und Diskussionen.
Employer Branding Summit 2012 - Ein Rückblick
Zum Auftakt der Veranstaltung gab Felizitas Janzen von Trendence einen Überblick über die beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland und Europa. Der europäische Blick war vor allem in Zeiten der Eurokrise ein interessanter Blick über den Tellerrand. Deutschland gilt hierbei durchaus als Profiteur der Entwicklung, da es als Zielland für Absolventen (z.B. aus Spanien) sehr interessant geworden ist.

Sehnaz Özden, Continental AG und Queb-Mitglied, berichtete anschließend unter anderem über aktuelle Entwicklungen, Erfahrungen und Erfolge bei Continental. Hier gab es u.a. viele interessante Insights bzgl. Postingfrequenz in sozialen Netzwerken, Storytelling sowie dem Umgang mit internationaler Kommunikation auf Facebook.

Dr. Nico Rose, Bertelsmann SE und ebenfalls Queb-Mitglied, stellte gestern das Projekt Gap Year vor. Die Idee dahinter: Absolventen bewerben sich nur einmal und können, falls sie aufgenommen werden, bei den alle vier Partnerunternehmen (Allianz, Bertelsmann, Henkel, McKinsey) zustimmen, ein praktisches Jahr bei wechselnden Arbeitgebern (Partnerunternehmen) absolvieren. Das Projekt stieß auf so großes Interesse, dass sich in kürzester Zeit 800 Absolventen beworben haben. Sechs Bewerber bekamen 2012 von allen vier Unternehmen grünes Licht und wurden in das Programm aufgenommen. Ein wirklich spannendes Konzept, dass durchaus Schule machen könnte!

Weitere Vorträge kamen von Stefan Peukert, der die Bewertungsplattform http://www.meinpraktikum.de/ vorstellte sowie von Wolf Reiner Kriegler (Deutsche Employer Branding Akademie) und Kerstin Minderlein (TÜV Süd), die über die Optimierung von internem und externem Employer Branding referierten.

Wie immer ein Highlight war der Vortrag von Prof. Dr. Tim Weitzel, Universität Bamberg und Queb-Beirat. Er stellte Ergebnisse aus seiner Studie „Recruiting Trends 2012“ vor. Ein kurzes Interview mit ihm gibt es hier:

In seinem äußerst kurzweiligen und unterhaltsamen Vortrag “Kommunikation auf Augenhöhe”, gab Gero Hesse (Medienfabrik, Queb-Beirat und Blogger) viele gute Beispiele dafür, wie Kommunikation auf Augenhöhe aussieht und wie nicht. Darüber hinaus stellte er das Karrierenetzwerk Career Loft vor, über das wir hier im Blog bereits berichtet haben.

Ebenfalls sehr inspirierend war der Vortrag (Post & Pray war gestern) von Marc-Stefan Brodbeck (Telekom und Queb-Vorstandsmitglied). So berichtete er über Erfahrungen mit „verrückten“ Stellenanzeigen und dem Umgang mit den daraus resultierenden Bewerbungen. Weiterhin berichtete er von Recruiting Aktionen der Telekom, bei denen Eis oder Croissants vor Eingängen anderer Unternehmen an deren Mitarbeiter verteilt wurden sowie die Reaktionen auf diese Aktionen. Sportliches Recruiting nennen es die einen – Guerilla-Marketing die anderen;-)
Viele weitere Praxisbeispiele aus dem eigenen Konzern rundeten den Vortrag ab.

Birgit Wurz, Siemens und Queb-Mitglied, stellte das Siemens Graduate Programm (SGP) vor, welches mit einer Dauer von zwei Jahren zu den längsten Trainee Programmen in Deutschland zählt. Neben professionell produzierten Imagevideos (s.u.) erstellen die Teilnehmer des Programms auch eigene Videos, die potentiellen Interessenten nahebringen, welche Möglichkeiten und Herausforderungen das SGP bietet. Alle Videos sind auch im Siemens Youtube Channel zu finden.

Frank Schmith (Lufthansa) sprach über Mitarbeiter als Markenbotschafter. Dabei hob er hervor, dass Empfehlungen durch Familie und Freunde einen besonders hohen Stellenwert einnehmen können. Darüber hinaus berichtete er über die Entwicklung des Lufthansa Karriere Claims „Be who you want to be“. Außergewöhnliche Stellenanzeigen, die auf sehr spezielle Zielgruppen zugeschnitten sind, hauptsächlich von diesen verstanden werden sollen und die somit als „Filter“ für ungewünschte Bewerberfluten dienen, waren ein weiteres Thema. Ein richtig guter Vortrag mit vielen interessanten Ideen!

Thematisch eher im Bereich Recruiting angesiedelt, aber deswegen nicht weniger interessant, war der Vortrag Robindro Ullah (Deutsche Bahn und Queb-Mitglied) und seiner Kollegin Regina Arendt mit dem Titel „Wir sind nicht neu, wir sind anders“. Der Titel spielt dabei auf die stark veränderten Anforderungen der neuen Generation von Recruitern an. Robindro nennt hier unter anderem die extreme Kommunikationsfähigkeit, die Nutzung von State-of-the-Art Technologien und Geräten, starke Netzwerkfähigkeit der Recruiter, Schnelligkeit und Mobilität bei der Unterbreitung von Angeboten oder die Fähigkeit zum Online Reputation Management. Insgesamt soll der Recruiter 2.0 in der Lage sein jederzeit selbstständig crossmediale Kampagnen zu planen und durchzuführen. Sein eigener Bereich bei der Deutschen Bahn geht hier mit bestem Beispiel voran. Und am Ende bleibt die Erkenntnis, dass hier in den meisten anderen Unternehmen noch eine Menge Luft nach oben bleibt. Ein Vortrag der durchaus zum Nachdenken anregte und viele gute Ideen beinhaltete.

Besonders tiefe Einblicke in die Erfahrungen von SAP gab Susanne Labonde (Queb- Vorstandsmitglied) in ihrem Vortrag. Hierbei ging es insbesondere um den Aufbau und die Verwendung von SAP internen Communities als auch externen Communities. So weist allein das externe Netzwerk von SAP derzeit über 3 Millionen Nutzer auf, bestehend aus Mitarbeitern, Beratern, Entwicklern, usw. Ein schier endloser Quell potentieller Kandidaten. Der Vortrag war geprägt von offenem Austausch. Das erfordert und Mut und hat Respekt verdient!

Obwohl der Tag restlos mit Vorträgen vollgepackt war und schon alle Köpfe rauchten, schaffte es Max Lehman (UniCredit Group und Queb-Vorstandsmitglied) im letzten Vortrag des Tages noch mal alle Teilnehmer zu begeistern.

Sein Vortrag zum Thema „Die Employer Value Proposition – DNA erfolgreichen Employer Brandings“ war eine gelungene Mischung aus bedeutenden Grundlagen zur Entwicklung einer EVP (von der ersten Erstellung bis hin zur regelmäßigen Überarbeitung) und AHA-Effekten. So ließ er das Publikum neben den Grundlagen auch EVPs verschiedener Unternehmen raten. Am Ende stand häufig die genauso amüsante wie auch ernüchternde Erkenntnis, dass das Publikum die EVP von so manchem Unternehmen nicht von der der Hells Angels unterscheiden konnte 😉

Alles in allem war es ein hochinteressanter Tag mit einem spannenden und vielfältigem Programm.


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