HR-Safari 2014: Veränderung ist die Droge der Evolution – Interview mit Stephan Grabmeier

Stephan GrabmeierHR-Safari 2014: Veränderung ist die Droge der Evolution – Interview mit Stephan Grabmeier ist Queb Alumni, ehemaliger „Head of Culture Initiatives“ der Telekom und mittlerweile mit den Innovation Evangelists selbstständig. Zusammen mit der Good-School Hamburg will er am 23. Und 24. Mail 2014 20 Personaler auf HR-Safari kreuz und quer durch Berlin schicken. Wir haben mit ihm gesprochen und gefragt, was eine HR-Safari ist und warum man unbedingt dabei sein sollte!

Hallo Stephan, erzähl doch mal wer die Idee zur HR-Safari gehabt hat  und wie sie entstanden ist!

Die Idee entstand zwischen Simone Ashoff und mir. Simone ist Gründerin der Good School. Wir haben uns oft über unsere Erfahrungen zum Stand und Reifegrad von HR’lern zur Digitalisierung und Innovation unterhalten. Das Urteil dazu ist für uns beide sehr ernüchternd, daher haben wir uns entschlossen ein neues Format zu machen was der HR Zunft hilft besser zu werden.

Wie ist die Partnerschaft zwischen Good-School und Innovation Evangelists entstanden?

Wir kennen uns seit vielen Jahren, ich bin Lehrer an der Good School und habe bereits zu meinen Telekom Zeiten, Impulse für HR an der Good School zu Social Enterprise und Digital Transformation gegeben. Die Good School hat ihren Schwerpunkt in der Medien- und Agenturlandschaft. Unser beider Expertisen sind daher komplementär und somit eine wunderbare Symbiose für unsere Teilnehmer.

Good-School kommt aus Hamburg  und Innovation Evangelists aus Bonn. Warum wurde Berlin als Standort für die HR-Safari ausgewählt?

Die geographische Mitte wäre glaube ich die falsche Antwort. 😉
Spaß beiseite, es gibt weltweit 8-10 Hot Spots für die Venture, Start-Up- und Technologie-Szene. In Europa kommst Du neben London nicht an Berlin vorbei. Daher starten wir unsere Safari in Berlin, weitere Hot Spots sind in Zukunft nicht ausgeschlossen. Unsere generellen Innovation Journeys führen wir z.B. im Mekka der Gründerszene, im Silicon Valley durch.

Wer sollte an der HR Safari teilnehmen? An wen richtet die HR-Safari sich?

Jeder HR’ler der mindestens an zwei Dingen arbeitet: a) Wer sich und die HR Funktion in die nächste Stufe der Digitalisierung zu bringen möchte und daran arbeitet neue Arbeits- und Organisationsformen umzusetzen und b) wer neue HR Services für Social Enterprise, Innovation und Digital Leadership in seinem Business liefern muss. Letztendlich also jeder HR’ler, der sein Unternehmen auf das nächste Level heben will/muss, um den Anschluss in der Unternehmensentwicklung nicht zu verpassen.HR-Safari

Was können die Teilnehmer der Safari lernen?

Die Teilnehmer lernen maßgeblich durch erleben. Das ist der große Unterschied zu Konferenzen oder Otto Normal Workshops. Einerseits haben wir eine bunte Mischung aus Impulsen von Vordenkern. Christoph Bornschein wird zur Digitalisierung seinen Input geben, Tobias Moorstedt zu Big Data und ich vertiefe die Transformation zum Social Enterprise.  Andererseits steigen wir immer wieder in den Bus, besuchen Unternehmen und tauchen direkt ein in die Gegebenheiten vor Ort ein. Wir sind u.a. bei Wooga, den Samwer Brüdern oder auch dem Telekom Incubator hubraum.

Im Betahaus, einem Co-Working Space, machen wir eine Tool Session für HR’ler. D.h. da steigen wir hands-on ein, wie Social Werkzeuge zu bedienen sind. An einem Nachmittag werden ausgesuchte Start Ups aus der HR Szene Innovationen pitchen, die für HR zukünftig von Bedeutung sein können. Diese werden von den Teilnehmern in einem Innovationsmarktplatz begutachtet. Es wird ein facettenreiches Potpourri. Nach zwei Tagen haben die Teilnehmer eine Menge erlebt, gelernt und auch viel Spaß gehabt.

Ein zentrales Thema der HR Safari lautet: „Das Internet macht die HR-Arbeit schwerer und gleichzeitig leichter, je nach Blickwinkel.“ Welche Blickwinkel sind damit gemeint? Kannst Du Beispiele geben, was schwerer und was leichter wird?

Jeder Paradigmenwechsel hat zwei Seiten. In erster Linie wird es für die meisten schwerer alte Gewohnheiten zu verlassen, in neue Arbeitsformen einzutauchen, neue Muster anzunehmen und mit tradiertem abzuschließen. Wenn Du den Blickwinkel der Treiber und Evangelisten einnimmst ist permanente digitale Veränderung normal und Veränderung die Droge der Evolution. Bei den meisten Menschen sind die intrinsischen „Veränderungsgene“ nicht so stark ausgeprägt. Das ist der andere Blickwinkel. Beide möchten wir zusammen bringen, beide Seiten sollen sich befruchten.

Ein weiterer Programmpunkt ist der Blick hinter die Kulissen von HR in der Gaming Branche. Warum ist die Gaming Branche Vorbild für andere Unternehmen und was können Unternehmen von der Branche lernen?

Die Gaming Branche ist nur ein Beispiel, wir sehen uns auch weitere Organisationsformen von Start Ups bzw. jungen Technologieunternehmen an. Ebenso lernen wir wie ein DAX 30 Konzern mit seinem Incubator jungen Unternehmen hilft erwachsen zu werden. Lernen können die tradierten Organisationen von den frischen Ideen und neuen Unternehmensstrukturen dieser Unternehmen. Das ist nicht nur die Gaming Branche, aber in dieser Safari ist sie ein kleiner Baustein.

Ein Arbeitsschwerpunkt der Innovation Evangelists ist die Transformation von Unternehmen hin zum Enterprise 2.0. Welche Schnittstellen gibt es zwischen HR und der Transformation zum Enterprise 2.0? Was kommt hier zukünftig auf die Personaler zu?

Hier sprichst Du mein Kernthema an. Die Bilanz der letzten Jahre dazu ist für HR sehr traurig. Neben meiner persönlichen Erfahrung aus der weltweiten Social Enterprise Szene, wo HR quasi kaum auftaucht, zeigen uns immer wieder Studien wie rückläufig HR ist. Eine Metaanalyse aus 95 Studien der letzten 5 Jahren zeigt, wie stark der Reifegrad von Social Media in der eigenen Funktion ist und wie stark die Treiberrolle im Unternehmen ist. Fast alle Funktionen z.B. Marketing, IT oder Communications haben sehr große Sprünge gemacht. Die einzige Funktion, die auf sehr niedrigem Ausgangsniveau stagniert, ist HR.

Das darf nicht sein. Bei Social Enterprise sprechen wir über das entwickeln und etablieren neuer Arbeits- und Organisationsformen – eine originäre HR Aufgabe. Es wird Zeit, dass HR aufwacht und Kompetenzen aufbaut. Ansonsten wird HR auch in diesem Feld weiter an Boden verlieren.

HR-Bereiche wie das Personalmarketing oder Employer Branding beschäftigen sich (in etlichen Unternehmen) schon eine ganze Weile mit den Möglichkeiten der digitalen Welt. Wo seht ihr hier die größten Herausforderungen für die kommende Zeit und wie kann die HR-Safari Personaler bei diesem Prozess unterstützen?

Das ist richtig. Personalmarketing, Employer Branding und Social Recruiting sind schon lange am Zahn der Zeit – mittendrin statt nur dabei. Diese Expertise und positive Erfahrung müsste jedoch noch viel mehr nach innen, für viele andere HR Prozesse genutzt werden. Leider denken auch diese Funktionen oft nur isoliert für sich. Allerdings funktioniert ein Social Enterprise außen nicht ohne innen und umgekehrt. Daher ist meine Bitte an alle Experten in HR, die sich bereits mit der digitalen Transformation beschäftigen, diese Impulse auch nach innen weiter zu geben und den Anstoß für ein neues Arbeiten im Unternehmen zu geben. Ich bin sicher das würde den einen oder anderen Stein mehr ins Rollen bringen.

Während der Safari erhalten die Teilnehmer so viel neue Inspiration, dass diese Impulse gut genutzt werden können um ein kleines Feuer der Innovation in den Unternehmen zu entfachen. Wir freuen uns schon sehr darauf.

Vielen Dank für das ausführliche Interview und viel Erfolg auf der Safari!

Weitere Infos und Anmeldung gibt es im PDF

 

 

 

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