Interview mit Christoph Skrobol zu Careerdate.net

Christoph Skrobol ist vielen in der HR-Szene in Verbindung mit Potentialpark bekannt. Mehrere Jahre war er dort als Country Christoph SkrobolManager für die DACH Region tätig, bevor er in der zweiten Jahreshälfte 2013 begann, sich seinem eigenen Projekt „Careerdate“ zu widmen. Die Plattform ist seit kurzem online und verspricht unkomplizierte Treffen zwischen Mitarbeitern und Kandidaten.

Wir haben mit Christoph darüber gesprochen, warum Crowdfunding auch im HR funktioniert, welche Risiken es birgt und wieso ein Softlaunch ratsam ist. Los geht´s:

Christoph, erzähl unseren Lesern doch bitte kurz, welche Idee hinter Careerdate steckt und wie sie entstanden ist?

Die Idee hinter Careerdate ist simpel. Wir stellen Unternehmen und potenziellen Kandidaten eine Plattform zur Verfügung, über die sie unkompliziert persönliche Treffen vereinbaren können.

Der Grundstein für Careerdate wurde im Herbst 2013 gelegt. Damals hatten wir einige erste Ideen, die nach einer Feedback-Runde mit 30 Unternehmen zu einem konkreten Konzept wurden.

Grundlegend war die Frage, wie man eine bessere Passung zwischen Unternehmen und Kandidaten erreichen kann. Ein persönliches Treffen mit Mitarbeitern in entspannter Atmosphäre, ist sicher nicht der schlechteste Weg sich kennenzulernen. Die Verabredung zu solchen Treffen soll mit Hilfe von Careerdate vereinfacht werden.

Wie funktioniert Careerdate konkret?

Das Ganze ist sehr intuitiv. Unternehmen registrieren sich bei uns und wir erstellen daraufhin ein Unternehmensprofil. Über dieses erhalten ausgewählte Mitarbeiter einen Zugang und können von da an Treffen einstellen. Dies geschieht mit wenigen Klicks unter Angabe von Beschreibung, Datum, Ort, Art des Treffens und Zielgruppe.

Das Treffen taucht daraufhin in einer Liste auf, die von Kandidaten durchsucht werden kann. Interessenten können sich nun mit einer Kurzbewerbung (Xing/LinkedIn alternativ CV) bewerben.

Warum hältst Du das persönliche Kennenlernen von Mitarbeitern und Bewerbern für so wichtig?

 Ich glaube, dass man sich nur über persönliche Treffen wirklich kennenlernen kann. Heutzutage gibt es viele, zum Teil beliebig austauschbare Statements und Kampagnen von Arbeitgebern. Was fehlt ist oftmals die Transparenz und das authentische Erleben der gegebenen Versprechen. Das ist nur zum Teil über die Karrierewebseite und Social Media möglich.Careerdate Logo

Persönliche Treffen erlauben Gespräche auf Augenhöhe. Und das mit zukünftigen Kollegen, denen man fachbezogene Fragen stellen kann. Der Arbeitgeber wird dadurch erlebbar, die Entscheidung ob man zueinander passt erleichtert.

Letztendlich wird man später auch zusammenarbeiten. Da ergibt es Sinn, früh im Prozess herauszufinden, ob es auch auf menschlicher Ebene passt.

Eine Gründung durch eine Crowdfunding-Kampagne ist im HR Bereich noch nicht üblich. War für Euch von vornherein klar, dass ihr das so machen wollt? Oder wie ist die Idee zum Crowdfunding entstanden?

Die Idee mit der Crowdfunding-Kampagne kam uns recht spontan. Wir haben überlegt, wie wir (noch vor dem Start) möglichst viel Aufmerksamkeit für Careerdate generieren können. Das gelingt häufig, indem man Dinge etwas anders macht. Crowdfunding, als mittlerweile etablierte Finanzierungsform im Tech-Bereich, aber recht unbekannt bei HR, erschien uns einen Versuch wert.

Im Grunde haben wir drei Dinge in einer Kampagne vereinen können. Erstens, Aufmerksamkeit generieren. Zweitens, den Markt testen. Hätten sich in dieser Phase keine Unternehmen und Kandidaten für unser Konzept interessiert, wäre es wahrscheinlich nicht realisiert worden. Drittens, die Finanzierung unseres Vorhabens sichern.

Das Experiment ist geglückt und hatte tatsächlich den Effekt, den wir uns davon versprochen haben.

Was sind Eure Erfahrungen in Bezug auf das Crowdfunding? Würdet ihr es wieder so machen? Oder bereut ihr es?

Wir würde es in jedem Fall wieder so machen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass ein solches Vorhaben nicht ohne Risiko ist. Crowdfunding bedeutet, dass man die vorher gesetzte Finanzierungssumme auch erreichen muss. Sonst scheitert das Projekt. Dessen muss man sich einfach bewusst sein.

Von der Entstehung der Idee bis zum Launch: Mit wie vielen Personen habt ihr daran gearbeitet?

Falls man die Leute mit einrechnet, die uns von Unternehmens- und Kandidatenseite Feedback gegeben haben, waren es sicher an die 50.
Betrachtet mach nur das Kernteam von Careerdate, so sind wir zurzeit 6 Leute. Wir merken aber, dass wir langsam an die Kapazitätsgrenzen kommen. Daher werden wir das Team wahrscheinlich in den nächsten Wochen und Monaten verstärken.

Wie liefen die ersten Wochen, was sind eure Erfahrungen?

Wir gingen Mitte Mai zunächst mit einem Softlaunch live. Das heißt ohne viel Wirbel und ohne die Plattform großartig zu bewerben. Wir wollen zusammen mit den Unternehmen und den ersten Kandidaten die vorhandenen Funktionen testen und Fehler aufdecken. Diese Vorgehensweise kann ich nur wärmstens empfehlen. Denn obwohl wir dachten alles würde perfekt funktionieren, haben sich im Live-Betrieb noch ein paar „Kinderkrankheiten“ offenbart. Diese sind nun behoben und alles läuft so wie es soll.

Wir haben zurzeit 20 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und sehr unterschiedlichen Mitarbeiterzahlen an Bord. Der Traffic und die Registrierungszahlen nehmen von Tag zu Tag zu. Vieles deutet darauf hin, dass wir mit Careerdate auf dem richtigen Weg sind. Nach Monaten harter Arbeit ein schönes Gefühl 🙂Careerdate Startseite

Welchen Rat würdet ihr anderen Gründern – speziell im HR Bereich – geben?

Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, uns früh Feedback von potentiellen Kunden und Kandidaten zu holen. Am besten macht man das noch bevor das Produkt existiert. Nur so kann man sein Vorhaben entsprechend auf die Bedürfnisse anpassen und erspart sich eine mögliche Enttäuschung nach dem Launch. Dieser Tipp gilt wahrscheinlich für Gründungen in vielen Branchen.

Speziell im HR-Bereich ergibt es Sinn, sich nach Partnern umzuschauen. Unternehmen oder Personen, die gut in der Branche vernetzt sind, erleichtern den Start ungemein. Denn zunächst geht es in erster Linie darum, bekannter zu werden.

Der letzte Tipp bezieht sich mehr auf eine Eigenschaft, die man als Gründer im HR-Bereich mitbringen sollte – Geduld. Es dauert eine Weile bis neue Ideen in den Unternehmen ankommen und dort auch akzeptiert werden.

Ihr habt bereits jetzt Events bis April 2015 im Angebot. Was sind eure Pläne für die nächsten Monate? Wohin wird die Reise von Careerdate gehen?

Jetzt, da Careerdate online ist, widmen wir uns hauptsächlich der weiteren Vermarktung, der Kundenakquise und der Implementierung von Kunden- und Kandidatenfeedback.
Wir befinden uns zudem in Verhandlungen mit interessanten Partnern, mit denen wir Careerdate noch schneller nach vorne bringen können.

Unser Anspruch ist es, die zentrale Anlaufstelle für die Anbahnung von Karriere-Treffen zu werden. Kandidaten, die Unternehmen kennenlernen möchten, besuchen Careerdate.net und finden dort vom Lunch bis zur Werksführung, von Hamburg bis München, von Startup bis Großkonzern passende Treffen. Das wäre doch fantastisch 🙂

Das klingt in der Tat toll! Wir wünschen Euch viel Erfolg bei der Markteroberung 😉
Vielen Dank für das Interview, Christoph!

 

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