Sixt Chatbot: Neue Technologien im Recruiting

 

Sixt Jobbot - Titel

Sixt ist unlängst für innovatives (Personal-)Marketing bekannt. Jetzt soll zusätzlich auch ein Chatbot für den Facebook-Messenger bei der Rekrutierung von Mitarbeitern helfen — wir haben das Tool ausprobiert!

Im Personalmarketing ist die Autovermietung Sixt unlängst für den innovativen Einsatz neuer Kommunikationskanäle bekannt — mithilfe von Instagram und Snapchat informiert das Unternehmen bereits seit geraumer Zeit über neue Karrieremöglichkeiten. Innovation ist eine Eigenschaft von Sixt, die sich auch in der neuesten Lösung des Unternehmens zeigt. So soll nun auch ein Chatbot für den Facebook-Messenger der Rekrutierung von Mitarbeitern dienen — wir haben das Tool ausprobiert.

Was ist ein Chatbot überhaupt?

Zunächst aber im Allgemeinen: Bei einem Bot handelt es sich um ein selbstständig laufendes Programm, das nicht vom Menschen gesteuert werden muss, sondern seine Dienste selbstständig erfüllt. Diese Dienste können verschiedener Art sein: Neben Bots zur Verbreitung von Schadsoftware und zum Sammeln von Inhalten für Suchmaschinen gibt es unter anderem auch sogenannte Chatbots. Letztere kommunizieren als virtuelle Gesprächspartner mit Nutzern und können, unter Zugriff auf entsprechende Datenbanken, auf Nachrichten und Fragen antworten — jederzeit.

Bereits vor etlichen Jahren ist der Chatbot Anna von IKEA (in diesem Fall mit Avatar) berühmt geworden — mit all seinen Stärken und Schwächen. Moderne Bots können auch aufgrund der deutlich fortgeschrittenen technologischen Entwicklung immer schneller auf immer größere Datenmengen zugreifen. Und doch sind die meisten Bots weiterhin sehr darauf beschränkt, nur die vom Menschen vorgegebenen Antworten ausspielen zu können. In Zukunft sind deutlich fähigere Bots mit „echter“, künstlicher Intelligenz und Machine Learning zu erwarten, die in der Lage sein werden, wesentlich eigenständiger zu agieren.

Der Sixt Jobbot im Praxiseinsatz

 Facebook bietet seit 2016 die Möglichkeit, Bots im Messenger einzusetzen. Der „Sixt Jobbot“ unterstützt die Personalabteilung bei der Mitarbeiterrekrutierung. Er nimmt Interessenten bei der Suche nach einer passenden Stelle bei Sixt an die Hand und vermittelt individuelle Stellenangebote. Auf eigenen Wunsch wird der Kandidat auch in Zukunft auf neue Ausschreibungen hingewiesen. Doch wie schlägt sich der Jobbot in der Praxis? Wir haben das Tool ausprobiert:

Auf unsere erste Nachricht folgt umgehend die erste Antwort — Schnelligkeit; der erste große Vorteil unseres virtuellen Gesprächspartners, selbst um Mitternacht. Rund um die Uhr steht der Bot den Nutzern zur Verfügung. Nach einer einleitenden Erklärung zum Ablauf beantworten wir auch schon die erste Frage: „In welcher Stadt möchtest du am liebsten arbeiten?“. Wir wählen bundesweit.Sixt Chatbot: Neue Technologien im Recruiting 1

Ohne weitere Fragen werden wir auf einen externen Fragebogen verwiesen. Die Technologie für den Chatbot stammt von dem Unternehmen „Talents Connect“, die Website für den Fragebogen ebenfalls. Es geht darum wer wir sind und wonach wir suchen — im Grunde also unser Profil, auf dem im weiteren Verlauf auch die individuellen Stellenangebote basieren werden.

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Sind alle Fragen beantwortet, kehren wir zurück zum Facebook-Messenger. Der Bot sucht nun nach passenden Jobs. Das dauert ein paar Sekunden, währenddessen schickt uns der Bot zur Zeitüberbrückung unser eigenes Profilbild — „sympathisches Aussehen“, so der Bot. Danke — trotzdem halten wir es für gewagt, Schönheit durch Software beurteilen zu lassen.

Schließlich erhalten wir die Auswahl individueller Stellenangebote.

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Eine interessante Lösung mit kleinen Schwächen

Längere Nachrichten machen dem Bot Probleme: „Köln wäre super, allerdings ginge auch München.“ funktioniert als Antwort auf die Frage nach der präferierten Stadt beispielsweise nicht. Vielmehr müssen es einzelne Worte wie „Köln“ oder „München“ sein. Die Gesamterfahrung wird dadurch jedoch kaum beeinträchtigt. Insbesondere da der Bot früh zu verstehen gibt, welche Art von Antwort „gelesen“ werden kann.

Der Jobbot macht was er soll — schnell und einfach, wenn auch sehr linear: die Konversation folgt klaren Vorgaben mit kleinen Schleifen, sollte mal eine Nachricht des Nutzers nicht verstanden werden. Die teils umständliche Suche auf Karriereseiten wird durch ein einfaches „Gespräch“ ersetzt, zumal der Chatbot aufgrund der lockeren Umgangssprache mitsamt Smileys für einen sympathischen Auftritt des Unternehmens sorgt. Falls ihr den Sixt Jobbot selbst einmal ausprobieren möchtet, geht es hier zur Facebook-Seite — selbst wenn ihr nicht bei Sixt arbeiten möchtet, ist die Interaktion mit dem Chatbot allemal eine Erfahrung wert.

Recruiting 4.0: Bots im Fokus

Sixt ist nicht das einzige Unternehmen, das einen Chatbot im Recruiting zur Hilfe nimmt. Laut einer Umfrage von JobStairs setzt bereits jeder zehnte Recruiter die besagte Technologie ein. Allerdings können Bots im HR-Bereich auch anderweitig verwendet werden, insbesondere zur Auswertung von Bewerbungen. Als zentraler Bestandteil des Recruitings 4.0 werden Bots und Algorithmen auch in Zukunft eine tragende Rolle im Personalwesen und beim beim sog. People Analytics spielen. Wir verfolgen das Thema weiter und informieren Euch über neue Entwicklungen.

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