25 Jahre Queb: Zwei Tage, die zeigen, warum dieses Netzwerk funktioniert

 20. Juli 2026
 HR

25 Jahre Queb | Bundesverband. Gefeiert an zwei Tagen im Mai mit einem Programm, das von Glücksforschung über automatisierte Recruiting Systeme bis zur EU-Pay-Transparency-Directive reichte. Wer beim Forum am 6. und 7. Mai 2026 dabei war, hat gespürt, wie gut sich Jubiläumsfeier und HR-Alltag gegenseitig ergänzen.

Forum Tag 1: Glücksforschung, KI und ein Blick in die Zukunft von HR

Noch bevor das offizielle Programm losging, saßen beim Business-Lunch längst die ersten Quebis zusammen. Zur offiziellen Eröffnung der Agenda blickten Queb-Geschäftsführerin Susanne Hüsemann, Vorstandssprecher Jens Bielmann und seine Stellvertreterin Jessica Linke auf 25 Jahre Queb zurück. Ein Vierteljahrhundert Verbandsgeschichte, vollgepackt mit Erinnerungen und Emotionen, von denen dieser Beitrag hier nur einen winzigen Ausschnitt bieten kann.

Um Emotionen ging es direkt im Anschluss auch bei Maike van den Boom, Glücksforscherin bei Happy Nordic Leadership. Sie ging der Frage nach, wie Menschen und Unternehmen in Zeiten von KI und Krisen gut miteinanderarbeiten können. Ein Thema, das bei Queb seinen festen Platz hat.

Diese Frage, wie gutes Miteinander in Zeiten des Wandels gelingt, zog sich wie ein Faden durch den ganzen ersten Tag. Ganz konkret zeigte sich das bei der Studierendengruppe von Prof. Dr. Alfred Quenzler, Queb-Ehrenrat und ehemaliges QuebVorstandsmitglied. Gemeinsam mit der Queb Arbeitsgruppe Recruiting, Sourcing & Diagnostik und Arbeitgebern wie BASF, BMW, Festo, Telekom, Trumpf und VW hatten die Studierenden untersucht, warum das sogenannte Job-Ghosting zunimmt. Das Phänomen tritt mittlerweile auf beiden Seiten auf. Sowohl bei Bewerbenden als auch bei Unternehmen gleichermaßen. Im Anschluss lieferte Prof. Dr. Susanne Böhlich mit Studienergebnissen und Handlungsempfehlungen zum Thema Transformation den nötigen Rahmen.

Wie diese Zukunft von HR schon heute aussehen kann, zeigten zwei Cases. Marius Gelhausen von Lidl beziehungsweise der Schwarz Gruppe stellte LARS vor, ein automatisiertes, KPI-basiertes Recruiting-System. Es übernimmt bei Lidl große Teile des Kampagnenmanagements. Von der Konzeption über die Steuerung bis zur Ausspielung der Stellenanzeigen auf passenden Kanälen. Die Telekom zeigte mit MARA, wie eine KI-basierte Hiring-Oberfläche für Hiring-Manager aussehen kann. Zwei Cases mit unterschiedlichen Ansätzen. Beide aber ein echter Blick in die Zukunft des Recruitings.

Das abendliche Get-together mit Live-Band war der perfekte Abschluss dieses ersten Tages. Mit Tanzen, Networking und guten Gesprächen bis in den späten Abend  und Grete Mauser mit ihrem Gesangstalent.

25 Jahre Queb Bundesverband 4

Forum Tag 2: Recht, KI und der Blick nach vorn

Der zweite Tag knüpfte genau da an, wo der erste endete. Im Fokus die Frage, wie viel Vertrauen Unternehmen KI bereits entgegenbringen können. Elena Stanciu von Noerr PartGmbB sprach unter dem Titel „Vertrauen statt Blackbox“ über die Anforderungen an KI-Tools im HR. Im Anschluss beleuchtete eine große Podiumsdiskussion den rechtlichen Rahmen für den KI Einsatz. Mit dabei waren Elena Stanciu, Daniel Florian von Eightfold, Ute Neher von Indeed, Jo Diercks von Cyquest, Stefanie Wild von Evonik und Nick Fleischer von Infineon. Die Runde brachte die Perspektiven von Kanzlei, Anbietern und Anwenderunternehmen zusammen. Wie das in der Praxis aussieht, zeigte anschließend Severine Fiegler, VP Talent Acquisition & Diversity and Inclusion bei Infineon. Ihr Case zu KI-basierten Interviews zeigt, wie Infineon an mehr als 20 Standorten mehrere Tausend Stellen pro Jahr besetzt. KI ist dabei als Ergänzung zu den menschlichen Recruitern gedacht, nicht aber als ihr Ersatz.

So viel KI und Regulatorik auf einmal stellen Unternehmen nicht nur vor technische und rechtliche Fragen. Es geht auch um ganz Grundsätzliches. Etwa die Frage, wie sich Arbeitgeber heute positionieren, wenn sich so vieles gleichzeitig verändert? Grete Mauser und Jan Volkmann von PwC zeigten, wie relevant Employer Branding für Unternehmen in Zeiten der Transformation wirklich ist. Dem verbreiteten Argument, Employer Branding sei in wirtschaftlich angespannten Zeiten zweitrangig, stellten sie ihr eigenes Beispiel entgegen. PwC durchläuft derzeit ein globales Transformationsprogramm, das vorwiegend auf die eigenen Mitarbeitenden zielt. Ebenso soll es dazu beitragen, externe Talente zu gewinnen und PwC als bevorzugten Arbeitgeber zu positionieren.

Zum krönenden Abschluss des Jubiläumsforums warf Futurist Nick Sohnemann von Future Candy einen Ausblick auf die großen Trendthemen für 2026. Smartglasses zum Ausprobieren inklusive.

Zwei Tage, viele Gespräche, jede Menge Inspiration und neue Kontakte. Mehr braucht es nicht, um zu verstehen, warum Queb seit 25 Jahren mehr ist als nur ein Bundesverband und so viele Menschen zusammenbringt.

Queb ist Austausch auf Augenhöhe

Was dieses Forum, wie jede andere Queb Veranstaltung, ausmacht, ist genau dieses Miteinander auf Augenhöhe. Alle begegnen sich mit echtem Respekt und dem ehrlichen Interesse, voneinander zu lernen. Genau das macht aus 25 Jahren Queb keinen reinen Verband, sondern ein starkes Netzwerk.

Wer das einmal live erleben möchte, findet alle Informationen zur Mitgliedschaft hier:

25 Jahre Queb Bundesverband

25 Jahre Queb: Und die Reise geht weiter

Queb wurde 2001 gegründet und ist seitdem zu einem Bundesverband gewachsen, der fast 70 namhafte Unternehmen mit zusammen mehr als 7 Millionen Arbeitnehmenden vertritt. Rund 1.000 Fach- und Führungskräfte sind Teil des Netzwerks, organisiert unter anderem in 10 Arbeitsgruppen, die sich fortlaufend mit aktuellen Themen rund um Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting beschäftigen.

Das Queb Portfolio, lässt sich grob in vier Bereiche sortieren.

Wissen

Im Blog und im Podcast bündelt Queb Wissen aus den unterschiedlichsten Themen und Projekten rund um Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting, sowohl aus den Mitgliedsunternehmen selbst als auch von externen Partnern. Dazu kommen Whitepaper zu aktuellen Trends, oft mit Unterstützung von Fachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft, sowie Benchmarks, die den Mitgliedern exklusiv zur Verfügung stehen. Und seit 2011 werden mit den Queb HR Innovation Awards jedes Jahr Unternehmen und Dienstleister ausgezeichnet, die im Bereich Employer Branding und Recruiting besonders innovativ unterwegs sind.

Impact

Wie es auf der eigenen Portfolio-Seite heißt, „fördert“ Queb „die gemeinsame Entwicklung von Produkten“ mit seinen Mitgliedern, wozu Kooperationen „sowohl mit Start-ups als auch großen Playern“ gehören. Und wo es um Themen geht, die viele Mitglieder gleichermaßen betreffen, bringt sich Queb auch mit einer eigenen thematischen Interessensvertretung ein.

Netzwerk

Im Zentrum steht der persönliche Austausch, sei es auf den Foren, die zweimal im Jahr stattfinden, bei den Mitgliederversammlungen oder der neuen digitalen Queb-Community. Dazu kommen virtuelle Workdates, bei denen zufällig zugeloste Quebis sich zum digitalen Kaffee treffen, sowie regionale Stammtische für den lockeren Austausch vor Ort. Getragen wird das alles von einer Grundhaltung, die bei Queb von Anfang an gilt: Alle sind grundsätzlich per Du, vom Berufseinstieg bis zum C-Level.

Enabling

Mit den Queb Academies bietet der Verband Weiterbildung für jede Karrierestufe, von Neulingen im Beruf bis zu erfahrenen Führungskräften. Die Quebinare, also Webinare von Queb, greifen dabei jedes Thema auf, das gerade aktuelle Relevanz hat, von rechtlichen Hintergründen bis zu neuen Tools. Und wo Veränderungen auch juristische Fragen aufwerfen, die viele Mitglieder gleichermaßen betreffen, sorgen Rechtsgutachten für Klarheit, die dann mit allen Mitgliedern geteilt werden.

Vieles aus diesen 25 Jahren gibt es heute in der damaligen Form gar nicht mehr. Sei es, weil sich die Technik überholt hat, wie bei einer virtuellen Arbeitgebermesse, die Queb einmal auf Twitter veranstaltet hat. Oder weil sich die Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt selbst verschoben haben, beispielsweise als aus dem Diplom die heutigen Bachelor- und Masterabschlüsse wurden. Die Historie zeigt, wie eng Queb mit den gesellschaftlichen Themen verwoben ist, in denen sich Human Resources bewegt, und wie sehr sich der Verband über die Jahre mitverändert hat, statt stehenzubleiben.

Insofern: Auf die nächsten 25 Jahre Queb Bundesverband!

Queb Mitglieder