Evolution der Unternehmenskultur: Crewting’s Hybrid-Work-Plattform

Von Augsburg in die weite Remote-Work Welt: Henry von Crewting erklärt im Interview, wie sein Unternehmen eine Brücke zwischen flexibler Arbeit und lebendige Unternehmenskultur schlägt. Wir sprechen über die Plattform Crewting sowie den zugehörigen Marktplatz für Online-Events, der Teambuilding und die Mitarbeiterbindung im digitalen Zeitalter fördern. Crewting bietet spannende Lösungen für die moderne Arbeitswelt. Das wollten wir genauer wissen.

Wir wünschen Euch viel Spaß und Inspiration beim Lesen!

Stell dich bitte kurz vor und sag etwas über die Idee von Crewting!

Evolution der Unternehmenskultur: Crewting's  Hybrid-Work-Plattform
Interviewpartner Henry Burkert (rechts im Bild)

Hi, mein Name ist Henry, ich bin 26 Jahre alt und komme aus Augsburg. Ich interessiere mich schon seit längerem  für innovative und moderne Arbeitsweisen. Das hat seinen Ursprung vor ein paar Jahren, als ich eine kleine Softwareagentur gegründet habe und wir – eigentlich schon vor Corona – viel über Remote-Arbeit nachgedacht haben. Die Möglichkeiten, die uns Softwarelösungen für die Zusammenarbeit in Unternehmen bieten, überraschen mich immer wieder. Ich selbst arbeite heute überwiegend remote und auch unsere Struktur bei Crewting ist so aufgebaut, dass jeder an seinem Wunschort arbeiten kann. Trotzdem freue ich mich auch immer, wenn wir mal einen Tag gemeinsam im Büro sind. Für mich gibt es nicht nur einen richtigen Weg bei der Wahl des Arbeitsmodells. Durch die Pandemie haben viele Unternehmen einen hastigen Raketenstart in die dezentrale Arbeitswelt hingelegt, bei dem oftmals die Unternehmenskultur und damit auch die DNA, die ein Unternehmen einzigartig macht, ziemlich auf der Strecke geblieben ist. Mit Crewting unterstützen wir Unternehmen beim Kulturwandel. Denn die Lösung ist sicher nicht, die Mitarbeiter Befehls-artig zurück ins Büro zu holen und damit wieder einen Schritt zurückzugehen, sondern mit innovativen Ansätzen den Wandel zu gestalten und als Chance zu begreifen.

Aus welchem Bedarf heraus ist die Idee zu Crewting entstanden? 

Mittlerweile arbeiten wir seit über zwei Jahren an unserer Plattform. Davor habe ich, wie zuvor erwähnt, mit meinem Mitgründer Niklas eine Software-Agentur aufgebaut. In diesem Bereich war Remote Work schon vor der Pandemie ein Thema. Unser Team war verteilt, weil wir so die besten Talente für unsere Agentur finden konnten. Niklas und ich hatten oft das Gefühl, dass die inhaltliche Zusammenarbeit super funktioniert, aber dass das Wir-Gefühl und der Zusammenhalt im Team nur bedingt vorhanden waren. Präsenzpflicht war dann auch aufgrund der Pandemie keine Option. Außerdem wollten wir allen ermöglichen, ihr Arbeitsleben nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Wir suchten also nach alternativen Lösungen und mussten leider feststellen, dass es kein wirklich geeignetes Tool am Markt gab. Wenn überhaupt, hätten wir mehrere Tools parallel einführen müssen, um unser Problem zu lösen. Das kam für uns aber nicht infrage. Mitarbeitende weltweit klagen schon jetzt über zu viele verschiedene Anwendungen, die sie parallel bedienen müssen. Also nutzten wir unser Software-Know-how und entwickelten eine eigene Lösung. Schnell wurde uns klar, dass in diesem Bereich ein enormes Potenzial steckt und aus der Lösung unseres ursprünglichen Problems wurde ein eigenes Start-up – Crewting!

Moodcheck Crewter Board

Wer profitiert von der Lösung und warum?

Alle Unternehmen, die entweder ein hybrides Arbeitsmodell haben oder sogar komplett remote aufgestellt sind, ziehen daraus Vorteile. Aber nicht nur die Firma profitiert, sondern vor allem auch die einzelnen Mitarbeitenden. Es ist eine Win-win-Situation! Aus Sicht der Firma wird die Unternehmenskultur gestärkt und modernisiert. Es gibt viele Zahlen, die belegen, dass die Unternehmenskultur für den wirtschaftlichen Erfolg fundamental wichtig ist. Weiterhin ist sie ein mächtiges Instrument, um Mitarbeitende an das Unternehmen zu binden. Aus Sicht der Angestellten ist jeder Einzelne viel besser in das Team integriert. Jeder weiß, wie wichtig gute Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten sind. Stimmt hier etwas nicht, macht die Arbeit weniger Spaß und die Betriebszugehörigkeit ist wahrscheinlich nicht von langer Dauer. Die Beziehungen und damit die emotionale Bindung werden durch Crewting gefördert.

Wie genau funktioniert eure Lösung und in welchen Anbieter-Tools lässt sie sich nutzen?

    Alle Funktionen von Crewting sind über unsere Web App und damit über jeden gängigen Browser zugänglich. Die einzelnen Features stellen virtuelle Rituale dar, die die Interaktion fördern und durch regelmäßige Umfragen wertvolles Feedback sammeln. Durch die Integration werden die kleinen Rituale zu einem festen Bestandteil des Arbeitsalltags und schnell zur Routine. In der Vergangenheit hat sich immer mehr gezeigt, dass die Integrierbarkeit sehr wichtig ist. Daher sind alle Funktionen auch in Slack und Teams implementierbar und werden somit in die täglichen Arbeitsabläufe eingebettet. Die einzelnen Funktionen können aber auch ohne Integration nur über die Web App genutzt werden. Unsere interaktiven Coffee-Breaks können auch als Plug-in in die Intranet-Lösungen von Staffbase und Haiilo integriert werden. Außerdem werden sie in Kürze als eigenständige Slack-App verfügbar sein.

    Wenn ich richtig informiert bin, bietet ihr Crewting derzeit in verschiedenen Sprachen an. Welche sind das und werden weitere folgen?

    Crewting ist derzeit in Deutsch, Englisch und Spanisch verfügbar. Wenn wir mit internationalen Unternehmen sprechen, ist meistens Englisch die bevorzugte Unternehmenssprache. In Hinblick auf unser geplantes Wachstum wird in Zukunft daher auch Englisch noch mehr im Vordergrund stehen. 

    Ihr bietet eine Menge Möglichkeiten, die innerhalb von Crewting gebucht werden können, um hybride Arbeit zu verbessern und die Unternehmenskultur zu stärken. Es gibt sogar einen eigenen internen Marktplatz. Was genau gibt es da alles und wie funktioniert das?

    Neben den verschiedenen Interaktions- und Feedbackmöglichkeiten beinhaltet unsere Plattform auch einen Marktplatz für Online-Events. Unsere drei Feedback-Rituale führen zu regelmäßigen Insights und können neben der Stimmung im Team auch wertvolle Informationen darüber liefern, was vielleicht gerade nicht so gut läuft und wo genau der Schuh drückt. Probleme zu erkennen ist das eine, sie zu lösen noch viel wichtiger. Uns geht es darum, die Unternehmen wie ein guter Coach breitflächig zu begleiten, wenn es um ihre individuellen Problemlösungen geht. Deshalb bietet unser Marktplatz verschiedene Möglichkeiten, direkt zu handeln. Wir arbeiten mit qualifizierten Partnern zusammen, die über unseren Marktplatz Workshops und Beratungen anbieten. Diese können von den Verantwortlichen bei Bedarf gebucht werden und das Team wird von den passenden Experten an die Hand genommen. Unser Marktplatz bietet auch die Möglichkeit, das Teambuilding in die virtuelle Arbeitswelt zu verlagern. Das Angebot reicht von Yoga-Sessions bis zu qualifizierten Führungskräfte-Coachings.

    Im Hintergrund arbeitet ihr mit einem Team aus Psychologen zusammen. Unter anderem für die Einordnung der Ergebnisse aus dem „Mood-Check“ sowie dem „Satisfaction Score“. Magst du unseren Lesern etwas mehr darüber berichten, wieso, weshalb, warum ihr das so macht und inwiefern auch einzelne Mitarbeitende davon profitieren?

    Genau, Psychologie spielt bei der Entwicklung von Crewting eine wichtige Rolle. Der Satisfaction Score spiegelt die Stimmung im Team wider und der Mood-Check ist ein validiertes Feedbackverfahren, das auf verschiedenen Fragenkatalogen basiert. Durch die Unterstützung von Psychologen und HR-Experten können wir wirklich sicher sein, dass wir aussagekräftige und relevante Daten erheben. Wichtig ist an dieser Stelle auch zu erwähnen, dass der gesamte Feedbackprozess völlig anonym abläuft. Als Mitarbeiter muss ich also keine Angst vor möglichen Konsequenzen haben und kann meine Meinung jederzeit frei äußern. So hat jeder die Möglichkeit, das Unternehmen aktiv mitzugestalten und zur Verbesserung und Neugestaltung des Arbeitsumfeldes beizutragen.

    Wie arbeitet ihr mit HR-Abteilungen zusammen, um das Programm auf die spezifischen Bedürfnisse einer Organisation zuzuschneiden und welche Möglichkeiten bietet ihr Arbeitgebern an?

      Bei unseren Terminen sprechen wir in der Regel mit Führungskräften aus dem Personalbereich. Gemeinsam mit unseren Gesprächspartnern ermitteln wir die aktuellen Herausforderungen und die Gründe für den Einsatz unserer Lösung. Auf dieser Basis entscheiden wir dann, ob Crewting das richtige Tool für das jeweilige Unternehmen ist. Im nächsten Schritt können die Unternehmen die Funktionen in einer Testgruppe 30 Tage lang kostenlos ausprobieren. Dabei werden sie von unserem Team unterstützt, damit die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten auch genau auf die Anforderungen des jeweiligen Kunden abgestimmt sind. Nach erfolgreichem Test ist das Ziel, dass Crewting Schritt für Schritt auf weitere Teams/Abteilungen und irgendwann das gesamte Unternehmen ausgerollt wird. Die Verantwortlichen werden weiterhin von unserem Team unterstützt. Es kommt auch immer wieder vor, dass Unternehmen zu Beginn nicht den vollen Funktionsumfang der Plattform nutzen wollen. Wenn dieser Fall eintritt, werden die einzelnen Funktionen in individuell definierbaren Abständen eingeführt.

      Ihr hattet bereits die Gelegenheit mit zwei unserer Queb Mitgliedsunternehmen zusammenzuarbeiten (Deutsche Bahn und Deutsche Telekom MMS). Kannst Du hier teilen, wie die Zusammenarbeit mit den beiden Unternehmen aussieht?

      Im vergangenen Jahr konnten wir einen HR-Award und damit auch einen Preis bei der Deutschen Bahn gewinnen. Für ein junges Start-up wie uns war das wirklich ein großer Erfolg und wir konnten wertvolle Erfahrungen in einem der größten Konzerne Deutschlands sammeln.

      Mit der Telekom MMS haben wir seit Ende letzten Jahres eine Partnerschaft. Gemeinsam haben wir das Coffee-Break Plug-in für Staffbase und Haiilo entwickelt, das ab diesem Jahr auch verfügbar ist.

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      Welchen Rat würdet ihr Unternehmen geben, die ihre hybride Unternehmenskultur stärken möchten?

      Ein Kulturwandel braucht Zeit. Wichtig ist, dass die Unternehmen offen für einen Veränderungsprozess sind. Hybrides Arbeiten steckt oftmals noch in den Kinderschuhen, weshalb Unternehmen experimentieren müssen, um für ihr Arbeitsmodell geeignete Lösungen zu finden. Für extrem wichtig halte ich die Akzeptanz der Realität: Der Geist des hybriden Arbeitens ist aus der Flasche. Dies zu akzeptieren und dann Chancen, statt nur Risiken zu sehen, ist entscheidend.

      Die Möglichkeiten und Ansätze sind so vielfältig wie die Strukturen in den einzelnen Unternehmen. Da es keine Zauberformel für hybride Arbeitsmodelle gibt, können Unternehmen nur durch Ausprobieren den für sie passenden Rahmen schaffen. In Gesprächen mit unseren Kunden stelle ich immer wieder fest, dass wir es mit aufgeschlossenen Führungskräften zu tun haben, die die Chancen und nicht nur die Risiken sehen. Eine hybride Unternehmenskultur erfordert vor allem ein Umdenken und das findet in den Köpfen der Verantwortlichen statt. Der Wandel kann durch Softwarelösungen gut unterstützt werden. In meinen Augen ist ein positiver Trend erkennbar und ich bin überzeugt, dass unser Thema in Zukunft richtig Fahrt aufnehmen wird.

      Welche Pläne habt ihr für die Zukunft von Crewting?

      Anfang April werden wir unsere Coffee-Breaks als Slack App launchen und eine Microsoft Teams App wird folgen. Wir wollen Unternehmen jeglicher Größenordnung eine Möglichkeit bieten, ohne großen Implementierungsaufwand eine positive Unternehmenskultur zu schaffen. Die App wird in wenigen Minuten einsatzbereit sein und eine Verbesserung im Unternehmen kann direkt erzielt werden. Langfristig verfolgen wir die Vision, das Tool für Unternehmenskultur in der modernen Arbeitswelt zu werden. Wir werden uns ab diesem Jahr auch auf den internationalen Markt konzentrieren und nicht mehr nur auf die DACH-Region. Wir freuen uns schon sehr auf die Insights und das Feedback aus anderen Ländern und Regionen! 

      Dieses Interview führte Dominik Bernauer

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      Dominik Bernauer ist Berater, Autor, Blogger und Ghostwriter. Sein Themenspektrum erstreckt sich über diverse Bereiche wie, Employer Branding, HR, New Work, Digitalisierung, Medien, Marketing und Technologie. Seit mehr als 15 Jahren unterstützt Dominik Unternehmen und Organisationen dabei, sich in diesen komplexen Themenfeldern zurechtzufinden und ihre Ziele zu erreichen.

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