Social Job Interview mit Freunden des Bewerbers

Social Job Interviews mitten im Facebook Stream des Bewerbers? Mit Fragen an dessen Freunde? Gibt es so etwas?

Es soll ja Menschen geben, die meinen soziale Netzwerke wie Facebook würden in beruflichem Kontext keine Verwendung finden: User würden sie nicht nutzen, um sich zu bewerben und Personaler würden sie nicht nutzen, um Bewerber zu screenen.
Derartige Behauptungen sind schnell aufgestellt und eigentlich zeigt die stetig wachsende Beliebtheit von Karriere Facebook Fanpages ja auch das Gegenteil.

Noch eindrucksvoller ist aber, wenn Unternehmen Taten sprechen lassen.
So hat die zur New Yorker Interpublic Group of Companies gehörende Agentur R/GA ein Jobinterview für ihr „Internship Program“ entwickelt, welches direkt im Facebook Stream des Bewerbers stattfindet. Mit dessen Einverständnis versteht sich. Über die dafür verwendete App, kann das Unternehmen drei Fragen an die Freunde des Bewerbers stellen. Den Zeitpunkt kann der Bewerber mitbestimmen. Die Freunde können diese Fragen dann in den Kommentaren beantworten.

Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach: In einem Jobinterview Fragen mit Halb- oder gar Unwahrheiten zu beantworten ist durchaus möglich. Die eigenen Freunde dazu zu animieren etwas Falsches zu antworten ist hingegen schon deutlich schwieriger. Zumal der Freundschaftsbegriff auf Facebook bekanntermaßen durchaus dehnbar ist. Darüber hinaus entsteht möglicherweise ein neutraleres Bild des Bewerbers, weil u.U. Sichtweisen aus unterschiedlichen Freundes- und Bekanntenkreisen einfließen.

 

Social Job Interview als Format für die Zukunft?

Natürlich ist das „Social Job Interview“ nicht das einzige Entscheidungskriterium, sondern dient lediglich der genaueren Auswahl. Es fungiert also, z.B. neben der fachlichen Qualifikation, als weiterer Baustein im Bewerbungsprozess.

Außerdem können mit so einer Art des Jobinterviews derzeit wohl vor allem Social Media affine Zielgruppen angesprochen werden. Aber je stärker soziale Netzwerke wie Facebook auch zu beruflichen Zwecken genutzt werden, desto eher dürften auch weitere Zielgruppen in den Fokus rücken.

Während es für Konsumenten im Internet schon länger üblich ist, z.B. bei Produktrezensionen, auf Empfehlungen von Fremden zu vertrauen, ist dieser Weg für Unternehmen noch recht neu.

Die Zukunft wird zeigen, ob sich diese Art des Jobinterviews durchsetzen kann.

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