Wer kümmert sich eigentlich um Ethik für Algorithmen und KI? Ein Überblick.


Wer kümmert sich um Ethik für Algorithmen und KI? Ein Überblick.

„New Work“ – HR eingeschlossen – ist genauso von den Veränderungen durch Algorithmen, künstliche Intelligenz und digitale Transformation betroffen, wie der Rest unseres gesellschaftlichen Lebens. Ein guter Zeitpunkt also, um mal inne zu halten und sich umzusehen. Im Folgenden findest Du eine Reihe von Leseempfehlungen!

Dass der Ethikverband der Deutschen Wirtschaft e.V. sich mit Fragen wie “Wieviel Ethik braucht ein Algorithmus?” beschäftigt, ist wohl nicht weiter verwunderlich. Dass es inzwischen immer mehr Menschen gibt, die sich mit dieser und ähnlichen Fragen beschäftigen ist ohne Zweifel eine tolle Nachricht! 

Natürlich darf in der Reihe derer, die sich ausführlich und mit gesamtgesellschaftlichem Blick mit dem Thema KI und Zukunft beschäftigen, Netzpolitik.org nicht fehlen. Folgender Beitrag beschäftigt sich mit „ethischen Fragen bei Künstlicher Intelligenz: Mit welchen Herausforderungen müssen wir umgehen?“

Aber auch eine ganze Reihe von Unternehmen macht sich Gedanken zum Thema.

Die Telekom hat zu diesem Zweck neun Leitlinien zum Einsatz von künstlicher Intelligenz verfasst
In einem PDF werden[ die „Telekom AI Ethics“ Leitlinien noch ein wenig genauer erklärt. 

Auch SAP hat eigene Grundsätze für künstliche Intelligenz veröffentlicht. Hierunter fallen z.B. auch Grundsätze für vorurteilsfreies Handeln, einem sehr wichtigen Aspekt in Sachen KI. Die Vorurteilsfreiheit wird häufig als einer der großen Vorteile von KI im Recruiting aufgeführt. Nur ist es damit allein nicht getan. Dass Vorurteilsfreiheit nicht einfach vom Himmel fällt, zeigt die t3n am Fall Amazon und dem geplatzten Traum vom KI-gestützten Recruiting.

Als erstes europäisches Technologieunternehmen hat SAP übrigens einen Ethik-Beirat für künstliche Intelligenz ins Leben gerufen. Das Gremium soll die Umsetzung der o.g. Leitlinien sicherstellen und setzt sich aus Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und Industrie zusammen. 

Die Bertelsmann Stiftung widmet sich derweil ebenfalls der Frage nach dem Umgang und den gesellschaftlichen Folgen algorithmischer Entscheidungsfindung. Gleich ein ganzes Projekt mit zahlreichen Autoren und Beiträgen beschäftigt sich mit dem Thema. Algorithmenethik.de möchte die Gesellschaft sensibilisieren, den Diskurs strukturieren und Lösungen entwickeln. 

Was KI außerhalb des Recruitings, zum Beispiel bei der Personalplanung, leisten kann zeigt die FAZ am Beispiel von Conitinental und einigen anderen Unternehmen. 

Continental (Queb Mitglied) wollte mehr über die verborgenen Potentiale, der sich bereits im Unternehmen befindlichen Fachkräfte wissen. Das ist sicherlich ein wichtiger Aspekt, wenn man bedenkt vor welchen Problemen wir in Bezug auf den Fachkräftemangel stehen.

Und manchmal ist vielleicht kein Griff zu den Sternen notwendig. Wer weiß, welche noch unbekannten Potentiale Ihr Unternehmen bereits beheimatet? 

Auch Accenture (ebenfalls Queb Mitglied 😉 ) setzt eine neue Methode ein, um ein besseres Matching zwischen vorhandenen Beratern und anstehenden Projekten zu gewährleisten. Alles via Algorithmus – versteht sich.

Ebenso nutzen die Deutsche Bank und die Telekom (auch Queb Mitglieder 😉 ) Algorithmen; sei für die Weiterbildung oder die Nachfolgeplanung. Nichts scheint mehr ohne zu gehen.

Erst letzten Monat berichteten wir über die Allianz (natürlich ebenfalls Queb Mitglied ;-)). Das Unternehmen bietet Bewerbern an, sich ab sofort mit dem Google Assistant und Fragen aus echten Allianz Bewerbungsgesprächen auf ein solches vorzubereiten: I want to talk to Allianz Careers: Google Assistant im Bewerbungsprozess

Digitalisierung & HR 2018: Welche Entwicklungen gerade wichtig sind

Gerade jetzt, da beispielsweise auch Unternehmen wie Microsoft und Google vor dem Einsatz von Software zur Gesichtserkennung warnen, ist es wichtig und sinnvoll sich auch Gedanken über ethische Standards zu machen. Solche Leitlinien werden dafür sorgen, dass sich das Potential von Algorithmen und künstlicher Intelligenz voll entfalten kann – ohne Schaden anzurichten. 


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