Recruiting Convent 2012 – Highlights (2/2)

Tag 2

Der zweite Tag des Recruiting Convent 2012 beginnt mit dem Thema „Beziehungen sind alles“ und steht im Zeichen des Talent-Relationship-Management (kurz TRM). Klaus Töpfer (KellyOCG) und Bianca Mahler (RWE Power AG) spannen den Bogen von der Theorie bis hin zur praktischen Anwendung bei der RWE Power AG. Die Aufgabe von TRM liegt in der Bindung von (externen) Kandidaten und talentierten Mitarbeitern.
Recruiting Convent 2012

Im Vordergrund steht bei diesem aktuellen Trendthema die Erkenntnis, das TRM eine strategische Aufgabe ist, die kontinuierlich und unabhängig von der aktuellen Einstellungslage aktiv vorangetrieben werden muss. Wenn TRM richtig betrieben wird, stehen Talente zur Verfügung schon wenn ein Bedarf entsteht. Hierdurch ergeben sich gleichzeitig verkürzte Einstellungszeiten sowie geringere Recruitingkosten. Weiterhin ergibt sich durch die langfristige emotionale Bindung eine nachhaltige Wirkung für das Employer Branding.

Praktisch setzt die RWE Power AG zum TRM neben verschiedenen Maßnahmen (z.B. Praktikantenbindungsprogramm, Messen, Recruiting Events, usw.) auch die eigene Studienstiftung „Power Engineers“ ein. Diese spezielle Diplom-/Masterstudienförderung fördert frühzeitig die Entwicklung talentierter MitarbeiterInnen. Das Programm bietet Praxiserfahrung, Mentoring, Insider Know-How, Netzwerkbildung mit entsprechenden Entwicklungsgesprächen sowie finanzielle Förderung.

Im Anschluss referierte Alexandra Götze (Accenture) über „Experience Hiring“ – Vom Exit-Interview bis zur Wiedereinstellung. Hauptfokus des Vortrags lag auf dem Accenture Alumni Programm. Hier werden alle ehemaligen Mitarbeiter erfasst und erhalten die Möglichkeit zum regelmäßigen Austausch untereinander. Durch Events, Diskussionsforen, und Networking Gelegenheiten entsteht eine starke Community, die auch stets Zugang zu aktuellen Stellenausschreibungen hat.


Prof. Günther Trost (ITB Consulting) widmete sich dem Thema „Unternehmen als Bewerber: Konzepte für die Personalauswahl der Zukunft“. Der Vortrag startet bei der Ausgangslage Fachkräftemangel und schlängelte sich über die Verschiebung vom Anbieter- zum Nachfrager-Markt bis hin zu Unternehmen als Bewerbern. Darüber hinaus gab es zahlreiche Hinweise zur gelungenen Personalauswahl sowie der sinnvollen Gestaltung des Auswahlprozesses.


„Die schnellsten Unternehmen bekommen die besten Bewerber“ lautet das Thema von Ingolf Teetz (milch & zucker). Im Vordergrund stehen „Prozessgeschwindigkeit und welche KPIs sich im Recruiting messen und optimieren lassen.“

Dabei ist u.a. die Individualisierung und Vereinfachung von Recruitingprozessen ein entscheidender Baustein auf dem Weg zum schnellsten Unternehmen mit den besten Bewerbern. Hilfreich kann hierbei das CV Parsing sein. Von besonderer Bedeutung werden Zukunft sog. Apply APIs sein, die es möglich machen sollen, bereits bestehende Profile aus Netzwerken wie Xing, Facebook oder LinkedIn zu verwenden.


Nach der Mittagspause half der mitreißende Vortrag „Die Kraft der Rhetorik“ vom Kommunikationsexperten und Buchautor René Borbonus über das Mittagstief hinweg.

An dieser Stelle sei einfach mal ein Youtube Video empfohlen. Der Auftritt spricht für sich 😉

 

Der von Queb selbst gestaltete Programmpunkt „Pinguine rekrutieren Pinguine. Wie viel Employer Branding braucht ein Unternehmen?“ bestand aus einer innovativen Umfragerunde. Rote und grüne, zuvor verteilte Postkarten, dienten zur Abstimmung von Fragen aus dem Vortrag.

 

  • Wie wichtig ist Ihnen die Geradlinigkeit von Bewerbern?
  • Denken Sie über neue Formen des Recruitings nach?
  • Denken Sie, anonyme Bewerbungen haben Zukunft?


Diese und viele weitere ähnliche Fragen führten zu teils unterhaltsamen und inspirierenden Diskussionen.

Den Abschluss des Recruiting Convents leitete der Veranstalter Prof. Beck mit seinem Vortrag„Markenwerte versus Slogans? Deutschlands-Arbeitgebermarken im Praxis-Test oder wie sie im Personalmarketing wirklich kommunizieren.“ ein.

Sein Vortrag beschäftigte sich dabei mit einer empirischen Untersuchung, die 458 Unternehmen bzgl. ihrer (Marken-)Werte untersucht. Erstaunlich sind dabei die Ergebnisse, die aufzeigen, wie viele Unternehmen ähnliche Werte für sich beanspruchen (Integrität 29%, Innovation 29%, Verantwortung 24%, usw.) und wie selten Werte in Verbindung mit Karrierethemen stehen (z.B. auf den Karrierewebsites der Unternehmen).

Insgesamt verfügen gerade einmal 7% der Unternehmen über einen eigenen Arbeitgeberslogan. Da ist durchaus noch Luft nach oben 😉


Alles in allem war der Recruiting Convent auch dieses Jahr wieder eine rundum gelungene Veranstaltung. Nicht zuletzt ist das auch den vielen Networking Möglichkeiten vor, nach und während des Convents zu verdanken. Vor allem das gediegene Ambiente des Kaminzimmers von Schloss Bensberg zu vorgerückter Stunde eignet sich hierfür hervorragend! 😉

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