Digitalisierung & HR 2018: Welche Entwicklungen wichtig sind

Der Dschungel der Digitalisierung wird dichter. Nicht vom Weg abzukommen wird schwieriger. Wir geben einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen, von Smart Speakern über Smartphones und Social Media bis hin zur Zukunft der Mitarbeitergesundheit. 

Themen des Beitrags:

  • Smart Speaker
  • Smartphones
  • Social Media
  • Geschäftsmodell Mitarbeitergesundheit
  • Pfade durch den Dschungel

Smart Speaker

Während der Markt für Smartphones weltweit stagniert, verkaufen sich Wearables und Smart Speaker Produkte in den kommenden Jahren umso besser. Unter dem Begriff Smart Speaker sind Geräte wie Amazon Echo, Google Home, Apple Homepod, Sonos One oder Harman Kardon Invoke zusammengefasst. Dabei greifen diese Lautsprecher mit eingebautem Mikrofon auf Assistenten wie Siri, Cortana, Alexa, etc. zurück.

  • Laut der Statista Global Consumer Survey 2018 nutzen etwa 20% der US-Amerikanischen Bevölkerung Smart Speaker.
  • In Deutschland sind es derzeit etwa 8% der Online-Nutzer. Laut aktuellen Prognosen von Strategy Analytics wird der Umsatz für Smart Speaker von 1,5 Milliarden US-Dollar in 2017 auf 5,5 Milliarden in 2018?US-Dollar steigen.

Technisch weiterentwickelte Geräte, mit denen Unterhaltungen auf höherem Niveau als bisher möglich sind, könnten in Kombination mit künstlicher Intelligenz und entsprechenden Skills auch für HR sinnvolle Einsatzzwecke finden. So könnten z.B. Bots auf Karriereseiten wie z.B. bei Bayer durch die zusätzliche Sprachausgabe an Attraktivität gewinnen. Wenn Kandidaten einen Großteil ihrer Standardfragen reibungslos mit einer KI klären können, würden HR Mitarbeiter deutlich entlastet. Ganz abgesehen von der ständigen Erreichbarkeit rund um die Uhr. Google hat mit seiner KI Duplex erst kürzlich gezeigt, wie die Zukunft in diesem Bereich aussehen könnte (Quelle: Heise).

Laut Comscore setzen 16% der Nutzer in den USA die Geräte für die Suche nach ortsansässigen Unternehmen ein. Auch wenn es hierbei sicherlich nicht primär um Bewerbungsfragen geht, ist ein Anwendungszweck für das Employer Branding natürlich durchaus denkbar.

Nicht wenige Nutzer würden Smart Speaker auch gerne am Arbeitsplatz einsetzen, so das Ergebnis des Smart Audio Report von NPR & Edison Research (PDF). Wenngleich der Report auch nicht hinterfragt, was Menschen am Arbeitsplatz mit Alexa und ihresgleichen im Sinne der Arbeit anfangen wollen.

Smartphones

Laut der Analysen von Acuity Market Intelligence werden bis 2020 sämtliche mobile Endgeräte, von Wearables über Smartphones bis hin zu Tablets, über Technologien zu Verarbeitung biometrischer Daten verfügen. In Kombination mit anderen Technologien wie Blockchain sind hier natürlich auch Szenarien für HR denkbar. Geht es zum Beispiel um die Verifizierung von Kandidaten oder ihren Daten (Abschlüsse, Arbeitszeugnisse, etc.), könnten viele Prozesse in Unternehmen deutlich vereinfacht werden. Dass der Einsatz von Blockchain-Technologie für HR In Zukunft vermehrt eine Rolle spielen könnte hatten wir kürzlich in folgendem Beitrag anhand zahlreicher Beispiele dargelegt: Blockchain-Technologie im HR.Digitalisierung & HR 2018: Welche Entwicklungen gerade wichtig sind

Und dass biometrische Daten wertvoll sind, zeigt der derzeit verstärkte Handel dieser Daten im Dark Web.

Welche Entwicklung sich hier am Ende durchsetzt ist also wie so häufig unklar. Das Smartphone wird für HR jedenfalls auch trotz stagnierender Verkaufszahlen weiterhin von Bedeutung sein. Vor allem auch in Kombination mit Smart Speakern bzw. Assistenten.

Social Media

Der Kosmos der sozialen Netzwerke im Internet befindet sich in einem ständigen Wandel. Sterne entstehen, werden zu Giganten und nicht wenige sind bereits verglüht. Auch wenn es derzeit nicht so aussieht als würde einer der größeren Giganten in nächster Zeit vergehen, gibt es trotzdem interessante Veränderungen, die auch auf HR und Employer Branding Strategien Auswirkungen haben.

Unterschiedliche Entwicklungen bei Snapchat:

Indessen ist Instagram deutlich gewachsen:

  • Weltweit sind 2018 mehr als eine Milliarde Menschen Mitglied des Netzwerks.
  • 500 Millionen Menschen nutzen Instagram jeden Tag.
  • In Deutschland liegt diese Zahl bei etwa 15 Millionen.
  • Die Nutzungszeit pro Tag liegt bei Menschen über 25 Jahren bei 24 Minuten, während sich jüngere Zielgruppen 32 Minuten auf Instagram tummeln.

Schon 2015 waren 8% der Instagram Accounts angeblich Fake Accounts. Und vermutlich gibt es 2018 nicht weniger gefälschte Accounts, hinter denen keine Menschen sitzen.
Oliver Erb hat diese Thematik gerade in einem Beitrag näher beleuchtet:
Alles nur fake? Personalmarketing auf Instagram unter der Lupe

Influencer,  die auch für HR durchaus eine Bedeutung haben können, setzen vornehmlich auf Instagram (und Youtube). Andere Netzwerke sind diesbezüglich kaum erwähnenswert.

Ebenso steigt die Zahl der Firmenprofile und der aktiv werbetreibenden Nutzer und Unternehmen auf Instagram stetig an.

Twitter ist im Vergleich zu den anderen Netzwerken nach wie vor deutlich kleiner.

Gerade kürzlich hat sich das Netzwerk selbst eine Schrumpfkur verordnet, um massenhaft Fake-Accounts zu löschen. Dass das nicht zu mehr Wachstum führt ist logisch, seine Berechtigung hinsichtlich bestimmter HR-Zielgruppen hat das Netzwerk hierdurch aber keinesfalls verloren. Nach wie vor zählt Twitter mit 336 Millionen monatlichen Nutzern zu einem der größten sozialen Netzwerke weltweit.

An Facebook kommt auch weiterhin niemand so richtig vorbei.

Weder im privaten Umfeld noch in Sachen HR. Aber es gibt andere, die sich auf den Weg gemacht haben, um ebenfalls ein Stück vom Kuchen zu ergattern. Dazu gehören sowohl die zahlreichen Messenger-Dienste als auch Anbieter dezentraler Netzwerke. Letztere werden in Zukunft vermutlich immer häufiger auch in Kombination mit Blockchain-Technologien auftreten.

Geschäftsmodell Mitarbeitergesundheit

Auch Neuerungen in Geschäftsmodellen können natürlich Auswirkungen auf Arbeitgeber und HR haben. Ein zunehmend wichtiges Thema, dass für immer mehr Menschen an Bedeutung gewinnt, ist die Gesundheit.Digitalisierung & HR 2018: Welche Entwicklungen gerade wichtig sind

Vor einigen Monaten hat Fitbit, einer der größten Hersteller von Fitness-Trackern, das Startup Twine Health gekauft. Der Fokus des Startups liegt auf “digitaler Gesundheitsüberwachung” mit besonderen Angeboten für Unternehmen und deren Mitarbeitern. Bislang konzentriert sich Twine Health vor allem auf chronische Erkrankungen wie zu Bluthochdruck oder Diabetes.

Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass Unternehmen nicht nur im Bereich Gesundheit mehr für ihre Mitarbeiter tun wollen, sondern auch weitere Trendthemen aufgreifen. Über das Thema Pflege und Arbeit haben wir ebenfalls kürzlich hier im Blog berichtet.

Pfade durch den Dschungel

Langweilig wird es in der kommenden Zeit nicht. Eine geschärfte Machete und die Kunst des Fährtenlesens sind – im übertragenen Sinne – in jedem Fall gute Werkzeuge, um sich im Digitalisierungs-Dschungel zurecht zu finden. Am Ende ist immer noch der Weg das Ziel.

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