PairToShare: Jobsharing von dem Unternehmen und Arbeitnehmer profitieren

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Wir stellen hier im Blog häufig Unternehmen vor, die die Arbeitswelt besser machen wollen. Das Modell Jobsharing ist in dem Sinne nichts Neues. In Zeiten des Arbeitskräftemangels dürfte es zukünftig aber häufiger anzutreffen sein.

Und PairToShare verfolgt in diesem Bereich einen besonderen Ansatz: Die Plattform schreibt nicht bloß Jobsharing-kompatible Jobs aus. Sie bietet darüber hinaus auch das nötige Matching zwischen Jobsharing Partnern an. So profitieren Unternehmen und Jobsuchende gleichermaßen.

Wie das genau funktioniert und was die Forschung über die Produktivität beim Jobsharing sagt, erfahrt ihr in unserem Beitrag!

Stellt Euch bitte kurz vor und beschreibt die Idee Eures Projektes!

PairToShare: Jobsharing von dem Unternehmen und Arbeitnehmer profitieren | Foto PairToshare Svenja & Yannic
Svenja & Yannic

Wir sind Svenja und Yannic aus Berlin, das Gründungsteam von PairToShare, einer Recruiting- und Matching-Lösung für Stellen im Jobsharing-Modell. Wir setzen uns seit Jahren mit Herzblut und als Überzeugungstäter:innen für das Thema Jobsharing ein, seitdem wir selbst einige Zeit im Jobsharing Modell gearbeitet haben. Deshalb haben wir 2017 schon zusammen „the jobsharing hub“ gegründet, unser Beratungsunternehmen für das Thema Jobsharing, mit dem wir mittlerweile mehr als 70 Unternehmen und mehr als 130 Tandems begleitet haben. Unsere Forschung z.B. in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung hat im Markt viel in Sachen Jobsharing bewegt und spätestens seit der Pandemie ist der Knoten geplatzt. Jobsharing wird immer beliebter, immer mehr Menschen starten die Arbeit in Jobs im Tandem und immer mehr Unternehmen, möchten das Modell anbieten. Jetzt möchten wir mit unserem neuen HR-Tech-Start-up auch Jobsharing im Recruiting ermöglichen.

Aus welchem Bedarf heraus ist Eure Idee entstanden? Welches Problem löst Ihr mit dem Ansatz?

Immer mehr Menschen, unabhängig vom Geschlecht, hinterfragen die Art, wie sie arbeiten. Hoher Workload, Wochenstunden von 50+, dazu eine immer höhere Arbeitsverdichtung und Informationsgeschwindigkeit zählen zu einigen der Herausforderungen. Aber auch Themen wie die gleichberechtigte Verteilung der Care-Arbeit zu Hause in Verbindung mit Karriereambitionen beider Elternteile sorgen dafür, dass der Status quo zunehmend infrage gestellt wird. Allerdings bewegen wir uns immer noch in einer Arbeitswelt, die dem Wunsch nach hoher Verantwortung und reduzierter Arbeitszeit, vor allem in Führungspositionen, nicht gerecht wird. Die Arbeit im Jobsharing-Modell erfährt daher wachsendes Interesse. Denn das Modell schafft genau diese Brücke: Indem zwei Personen in reduzierter Arbeitszeit sich eine komplexe Fach- oder Führungsposition teilen, müssen sie karrieretechnisch nicht mehr auf die Bremse treten, um daneben auch noch Zeit für andere Themen zu haben. Sei es für Familie, Freizeit oder auch den Aufbau einer Selbstständigkeit.

Zudem ist Jobsharing ein höchst kollaboratives Modell, in dem sich das Tandem gegenseitig als enge Sparringspartner unterstützt. So profitieren beide von einem regelmäßigen Perspektivwechsel und Learning-on-the-job, was die eigene Entwicklung maßgeblich befördert. Und wer jetzt denkt, das führt zu Ineffizienz und hohem Aufwand: im Gegenteil. Unsere jüngste Forschung in Kooperation mit TWISE und der Universität Heilbronn zeigt, dass Jobsharing-Tandems als produktiver, agiler und belastbarer wahrgenommen werden als eine Einzelperson in Vollzeit. (Quelle: https://uploads-ssl.webflow.com/6098f3c5d7715d4186ff94e2/639cbca09f35afdf7bde60c6_Ergebnisse.Produktivita%CC%88t%20im%20Jobsharing_1.12.22.pdf)

Wer profitiert von der Lösung und warum?

Von PairToShare profitieren sowohl Unternehmen als auch Jobsuchende:

Zum einen wollen viele Unternehmen das Modell umsetzen, scheitern jedoch am mangelnden Know-how und dem Umsetzungsaufwand. Durch unsere Technologie möchten wir das Jobsharing-Modell als festen Bestandteil im Recruiting etablieren. Die Technologie setzt den Fokus auf Einfachheit und Skalierbarkeit, sodass in Zukunft nicht nur einige „Ausnahmestellen” im Jobsharing ausgeschrieben werden, sondern jede Vollzeitausschreibung mit einem Klick im Tandem besetzbar wird. Wir möchten damit den Arbeitsmarkt nachhaltig bewegen, neue Bewerber:innengruppen mit hohem Potenzial erschließen und Menschen im festen Job die Möglichkeit geben, ihre eigene Stelle durch gezielte Pendant-Ausschreibungen zu öffnen und so Entlastung zu schaffen.

Zum anderen fungiert PairToShare als Job-Plattform für Personen mit Interesse an Jobsharing. Diese finden bei uns nicht nur eine Vielzahl von Jobs im Jobsharing, sondern können sich erstmals stellenbasiert mit anderen Interessent:innen matchen, um sich dann gemeinsam beim Unternehmen zu bewerben.

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Wie genau funktioniert Eure Lösung?

Unsere Technologie ist genau auf die Bedürfnisse jedes Unternehmens anpassbar und vor allem beliebig skalierbar. So können wir mit unseren Kunden genau dort ansetzen, wo sie aktuell beim Thema Jobsharing stehen. Erstmal eine Pilot-Ausschreibung im Jobsharing, um erste Erfahrungen zu sammeln? Kein Problem. Oder direkt mutig voran und alle Führungspositionen automatisiert auch im Jobsharing ausschreiben? Sehr gerne! Dann bindet sich unser Tandemrecruiter „TaRec“ an die eigene Karriereseite, sodass eine Bewerbung im Tandem über PairToShare möglich ist. Der gesamte Matching- und Bewerbungsprozess läuft dann über uns, sodass beim Unternehmen wiederum direkt fertige Tandembewerbungen eingehen, und dass inklusive forschungsbasierter Matching-Quote. Auch die Ausschreibung von sogenannten Pendant-Ausschreibungen ist möglich und bietet die Chance, eine:n Tandempartner:in für eine:n bestehende:n Mitarbeiter:in zu finden.

Personen auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung haben ebenfalls verschiedene Optionen. Sie finden bei PairToShare sowohl Ausschreibungen von attraktiven Unternehmen als auch die passenden Tandempartner:innen. Unser Matchingalgorithmus vereinfacht dabei den Matchingprozess. Und ob man erst einen Job und dann eine:n Tandempartner:in findet oder andersherum bleibt natürlich jeder Person überlassen.

Gibt es bereits ähnliche Lösungen und was ist das Besondere an Eurer Lösung im Vergleich zu den anderen?

Neu ist vor allem die Technologie. Unser Tool bindet sich automatisiert an Stellenausschreibungen der Karriereseite der Unternehmen an und versieht diese mit einer Matchingfunktion. Noch nie war diese Form von stellenbasiertem Matching möglich. Gleichzeitig können wir Bewerber:innenprofile fest an eine Stelle taggen, sodass Pendantausschreibungen mit einem/einer festen Stelleninhaber:in möglich sind. Dreh- und Angelpunkt ist dabei stets das direkte Einspielen fertiger Tandembewerbungen in die bestehende IT-Infrastruktur der Unternehmen. Mit einem Klick erhalten Unternehmen high-end Tandembewerbungen direkt in ihr Bewerbermanagementsystem. Dieser Mechanismus macht Jobsharing im Recruiting jetzt endlich skalierbar.

Welche Erfolge konntet Ihr bislang mit diesem Tool / Projekt / der Idee / dem Vorhaben erzielen? 

Dank unserer tollen Betakund:innen, die Lust hatten mit uns in die erste Phase zu starten, haben wir im Frühjahr erfolgreich gelauncht, unter anderem mit Kellogg’s Deutschland, Dräger, Voith und der VW-Tochter Cariad. Und seitdem ist viel passiert: Wir konnten erste Tandems besetzen, die nun in ihren neuen Job starten. Zudem haben wir vielerlei überaus positive Resonanz erhalten, sowohl von interessierten Jobsharer:innen als auch von Unternehmen. Besonders gefreut haben wir uns dann natürlich über die Nominierung für den Xing NEW WORK Award, die uns endgültig zeigt: Die Zeit ist reif für PairToShare!

Was habt Ihr Neues gelernt, seitdem Ihr mit Eurer Lösung gestartet seid? 

Bei einer Vielzahl der Unternehmen ist das Thema Jobsharing längst auf der Agenda. Allerdings kann es gerade in großen Organisationen ein längerer Weg sein, von der ersten Idee bis zum ersten Tandem. Umso wichtiger ist es, die Hürden der Implementierung abzubauen – und genau das machen wir mit PairToShare. Mit uns kann jedes Unternehmen ganz nach seinen Bedürfnissen starten, ob mit kleinem Pilotversuch oder einem großen Paukenschlag, und das bei Bedarf voll automatisiert und end-to-end.

Welche Pläne habt Ihr für die Zukunft?

Berufliche Verantwortung und Karriere soll endlich keine Frage der Arbeitszeit mehr sein, diese Ansicht ist einfach überholt. Wir wollen, dass noch mehr Unternehmen die strategischen Mehrwerte von Jobsharing erkennen und alle Fach- und Führungspositionen auch im Jobsharing besetzbar machen. Denn durch die hohe Kollaboration und die doppelten Perspektiven steigen Produktivität und Innovationskraft deutlich. Und wir wollen den Männeranteil im Jobsharing von 13 auf 50 Prozent erhöhen! Nur wenn auch Männer flexible Arbeitsmodelle leben (können), wird echte Gleichstellung möglich.

Vielen lieben Dank für das Interview. Wir wünschen Euch auch für die Zukunft viel Erfolg!